ART.13 – Wie es momentan aussieht und was wir für die Zukunft planen

Die Corona-Zeit

Trotz aller Unsicherheiten und Sorgen um Angehörige und Bekannte, die zu Risikogruppen gehören, waren Chantal und ich von Anfang an dankbar für die Pause, zu welcher uns die Corona-Situation gezwungen hat. Denn diese Pause hat uns gerettet.

Während der letzten 12 Jahre vor Corona haben wir beide – wenn man einmal Erwerbs- und Haushsaltarbeit zusammenrechnet – wöchentlich regelmässig deutlich über 100 Stunden gearbeitet. Freizeit gab es wenn überhaupt nur in homöopathischen Dosen. Unser Beruf ist auch unsere große private Leidenschaft. Wir lieben es, zu tanzen. Wir lieben es, zu unterrichten. Wir sind gern im ART.13, mögen die Menschen, die dort tanzen und haben zu vielen eine intensive Beziehung aufgebaut. Aber wie viele Menschen, die ihre Leidenschaft zum Beruf machen, sind wir in dieselbe Falle getappt und haben uns restlos überarbeitet, ohne es wirklich wahrzunehmen.

Die Corona-Zeit war für uns der Anfang eines wahrscheinlich noch längeren Heilungsprozesses. Wir haben beide von Anfang an sehr radikal losgelassen. Wir haben wunderbar viel Zeit mit unseren Kindern verbracht. Die Beziehung zu ihnen hat sich enorm vertieft und verstärkt. Neben der körperlichen Heilung sind wir besonders für diese Entwicklung enorm dankbar.

Die letzten Wochen haben uns vor Augen geführt, dass wir trotz bzw. gerade wegen der Liebe zum Tango, zum ART.13 und zur ART.13 Community unser Leben ändern und ein gesundes Gleichgewicht finden müssen.

Was bedeutet das für die Zukunft – unsere und die des Tangos im ART.13?

Chantal und ich wollen nicht zu unserem alten Alltag zurückkehren, denn wir hätten ihn nicht viel länger überstanden. Daher planen wir einige Änderungen.

Konkret werden wir in Zukunft nur noch maximal an einem Abend Tangokurse im ART.13 anbieten. Im Austausch möchten wir in Zukunft gerne häufiger Workshops an Wochenenden in Berlin und eventuell im Umland geben. Workshops lassen sich besser mit unserem Leben als Familie und als Menschen vereinbaren. Und sie geben uns Zeit für Erholung.
Wir werden allerdings langsam und vorsichtig damit anfangen, unser Angebot aufzubauen und zu gestalten. Das Hamsterrad ist immernoch attraktiv…;)

Die Milonga macht momentan natürlich coronabedingt eine Zwangspause. Aber sobald Milongas wieder erlaubt sind, wird auch die Milonga im ART.13 wieder stattfinden. Wir werden also in Zukunft zwei wöchentliche Live-Tango-Projekte in Berlin haben: Die Milonga und maximal an einem Abend pro Woche Kurse.

Unsere Pläne für das Studio

Die meisten von Euch haben mitbekommen, dass im August der aktuelle Mietvertrag für das ART.13 endet. Leider wissen wir immernoch nicht, wie es danach weitergeht, denn wir haben noch keine Informationen hierzu von unserem Vermieter erhalten. Wir würden das Studio gerne als Ort für einen freien und offenen Tango in Berlin erhalten, auch wenn wir weiterhin am Betrieb des Studios wenig bis nichts verdienen. Allerdings soll sich das Studio mit den Einnahmen aus der Milonga und der Raumvermietung zumindest tragen. Aktuell haben wir sehr viele Mietanfragen, da gerade eine Reihe Tanzstudios wohl bereits wegen Corona oder wegen steigender Mieten schließen müssen. Es könnte also durchaus sein, dass wir uns mit dem Vermieter auf einen finanziell tragbaren Mietbetrag einigen können. Wir hoffen.

Falls wir den aktuelle Raum nicht behalten können, werden wir etwas anderes finden. Wir geben jedenfalls nicht einfach auf. 🙂